Wenn ein Mensch stirbt
Wir sind mitten im Leben
zum Sterben bestimmt;
was da steht, das wird fallen.
Der Herr gibt und nimmt.
Wir gehören für immer
dem Herrn, der uns liebt;
was auch soll uns geschehen,
er nimmt und er gibt.
Wir sind mitten im Sterben Lothar Zenetti
zum Leben bestimmt;
was da fällt, soll erstehen.
Er gibt, wenn er nimmt.
„Mitten im Leben zum Sterben bestimmt"
Diese Tatsache erfahren wir schmerzlich immer wieder und manchmal sind wir auch ganz persönlich betroffen und heraus gefordert.
Wenn ein nahestehender Mensch stirbt, dann ist das für die Hinterbliebenen immer ein einschneidendes Erlebnis.
Trauer, Hilflosigkeit und Unsicherheit sind auszuhalten und zusätzlich ist in kurzer Zeit vieles zu organisieren und es sind Entscheidungen zu treffen, die überlegt sein wollen.
In dieser schwierigen Situation will diese Seite den Angehörigen eine Hilfe sein.
Wenn ein Mensch am Sterben ist...
...oder im Todesfall, kann jederzeit ein Seelsorger oder eine Seelsorgerin zur Begleitung oder Hilfe gerufen werden
(041 670 11 32).
Sterben zu Hause
Hausarzt oder den Notfallarzt (041 660 33 77) rufen; er stellt die Todesbescheinigung aus.
Bestattungsinstitut anrufen. Die Mitarbeiter des Institutes kümmern sich um die Einsargung und die Überführung in das Krematorium oder in die Totenkapelle. Auch die Hilfe beim Erledigen von Formalitäten, das Besorgen eines Kreuzes mit Schrift und Mithilfe bei der Gestaltung der Todesanzeige, gehören zu den Dienstleistungen.
Bei einer Kremation klärt das Bestattungsinstitut den Termin bei den zuständigen Stellen in Luzern ab.
Sterben im Spital oder Heim
Die Spital- oder Heimbehörden besorgen die nötigen Formalitäten und lassen vom Arzt eine Todesbescheinigung ausstellen.
Familienbüchlein abgeben.
Bestattungsinstitut kontaktieren.
Meldung an das Pfarramt
Datum der Beerdigung und den anschließenden Trauergottesdienst abmachen.
Datum für das Fürbittgebet (meistens am Vorabend der Beerdigung, 19.30 Uhr) und den Dreißigsten festlegen.
Mit der zuständigen Person aus dem Seelsorgeteam wird der Ablauf und die Gestaltung der Trauerfeier besprochen (Auswahl der biblischen Texte, Lebenslauf, Musik, Lieder, Rituale...)
Meldung an das Zivilstandsamt
Der Tod soll durch Familienangehörige oder durch das Bestattungsinstitut dem Zivilstandsamt gemeldet werden.
Dabei sind mitzubringen:
- Todesbescheinigung
- Familienbüchlein
- Aufenthalts- oder Niederlassungs-
bewilligung
- Meldung an die Friedhofverwaltung
(Gemeindekasse):
- Datum, Ort und Zeit der Bestattung
- Art des Grabes (Einzel-, Familien- , Platten-,
Gemeinschaftsgrab, Urne oder Sarg)
Angehörige der evangelisch-reformierten Kirche
Beim Tode eines Gemeindemitgliedes soll unverzüglich das Pfarramt in Sarnen benachrichtigt werden: 041 660 23 09 / 079 752 16 04 oder 660 18 34 (Sekretariat).
Zeit und Ort der Bestattung müssen mit dem reformierten Pfarramt abgesprochen werden.
Andere Konfessionen und Konfessionslose
Mit dem Zivilstandsamt Alpnach sind die Bestattungszeit sowie der Ablauf der Bestattung zu vereinbaren.
Die Trauerfeiern: „ Mitten im Sterben zum Leben bestimmt"
Wir Christen haben die Hoffnung, dass nicht der Tod, sondern das Leben das letzte Wort hat. Die in der Trauerfeier verwendeten Gebete, die biblischen Texte, die Musik und die Riten drücken diese Zuversicht aus.
Am Vorabend nach dem Fürbittgebet, oder am Beerdigungstag bis um 08.50 Uhr, können die Angehörigen vom Verstorbenen in der St. Michaelskapelle persönlich Abschied nehmen. Um 09.00 Uhr begleiten die Seelsorger und die Angehörigen (Fahnendelegationen) die Verstorbenen auf ihrem letzten Weg von der St. Michaelskapelle zum Friedhof, wo die Urnenbestattung/Beerdigung stattfindet.
Beim anschließenden Trauergottesdienst in der Kirche ist für die Trauerfamilien in den ersten Bankreihen Platz reserviert.
Für den Trauergottesdienst verpflichtet die Pfarrei einen Organisten. Wünscht die Trauerfamilie weitere musikalische Mitgestaltung, so ist es ihre Sache, diese zu organisieren und zu finanzieren.
Während dem Gottesdienst wird ein Opfer aufgenommen, das seelsorgerlichen und gemeinnützigen Zwecken dient.
In seinen Händen geborgen
Herbst
Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln
ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten
fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer,
welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.
Rainer Maria Rilke
Durch die Trauer zu neuem Lebensmut
Wenn ein geliebter Mensch stirbt, dann bricht für die Zurückbleibenden eine vertraute Welt zusammen und sie spüren oft schmerzvollste und widersprüchlichste Gedanken und Gefühle in sich, die sie kaum fassen und benennen können.
Beim Verarbeiten der Trauer helfen die kirchlichen Feiern und Rituale der ersten Zeit. Doch mit dem Dreißigsten ist die Trauer noch nicht verarbeitet, denn es kann ein monate-, oder jahrelanger Weg sein, bis durch den Schmerz ein neuer Lebensmut bricht.
Trauer und Schmerz brauchen Zeit und Raum. Vielleicht hilft in dieser schmerzlichen Phase ein Moment der Stille in der Kirche, vielleicht ein Besuch auf dem Friedhof, vielleicht die Zuwendung einer vertrauten Person?
Gebet
Schmerzlich entbehre ich, was du mir genommen hast, Gott.
Aber ich stehe nicht mehr gegen dich auf.
Immer noch weine ich, aber ich spüre, es wird ruhiger in mir.
Eine stille Dankbarkeit beginnt zu wachsen, auf dem Grund der Tränen.
Vielleicht, dass es nie mehr sein wird, aber, dass es war,
dieses Schönste kann niemand mir rauben.
Mag ich auch verwundet bleiben, so glaube ich doch,
dass ich eines Tages über die Klage hinauswachsen werde.
A. S. Naegeli
Unser Glaube erspart den Betroffenen zwar nicht den Schmerz und macht die Unterstützung durch verstehende Menschen nicht überflüssig, er kann jedoch den Trauer- und Neuorientierungs-prozess stützen, begleiten und erleichtern.
Wenn wir Ihnen in dieser Situation beistehen können, so tun wir das gerne.
Die Seelsorgerinnen und Seelsorger der Pfarrei