Brauchtum und Volksfrömmigkeit
Zahlreiche religiöse Formen und Übungen haben sich in der Pfarrei Alpnach erhalten. Und es gilt, diesen Formen zu pflegen und zu bewahren. Das kann auch heissen, sie durch Anpassen an unsere Zeit aufzuwerten.
Neujahrszmorgä
Für viele Alpnacher Pfarreiangehörige beginnt das neue Jahr mit dem Pfarreizmorgä der KAB im Pfarreizentrum. Nach dem Gottesdienst gibt es im Pfarreizentrum allerlei Leckeres zum Frühstück. Die meisten verzichten nach dieser üppigen Mahlzeit gerne auf das Mittagessen.
Suppentage in der Fastenzeit und am Missionsonntag
Beliebt bei Jung und Alt sind die Suppentage im Pfarreizentrum. Für die Vorbereitung und Durchführung übernimmt der Pfarrei-rat oder ein Dorfverein die Verantwortung. Mit dem Erlös der Suppentage werden Projekte des Fastenopfers oder anderer Hilfswerke unterstützt.
Rätsche am Karfreitag
Am Karfreitag schweigen die Glocken. Das Karfreitagsraffälä vom Kirchturm war in Alpnach aber über 20 Jahre hinweg nicht mehr echt. Die Klänge stammten von Tonaufnahmen, verstärkt mit Lautsprechern. 2008 wurde die alte Rätsche vom Kirchendach heruntergeholt und fachmännisch restauriert. Seither ist sie am Karfreitag wieder im Einsatz. Die Raffälä ruft die Leute zum Gottesdienst zusammen und beklagt mit ihrem hölzernen Geklapper den Tod Christi. Sogar Radio DRS interessierte sich am Karfreitag 2008 für die restaurierte Alpnacher Rätsche.
Eiertütschen nach der Osternachtsfeier
Nachdem das Lumen Christi in der Osternacht verhallt ist, treffen sich Kirchenbesucher auf Platz zwischen Friedhof und Pfarreizentrum am Osterfeuer zum Eiertütschen. Bei nassem Wetter findet das Eiertütschen im Pfarreisaal statt. Wenn dann draussen noch der Frühlingsmond über dem Stanserhorn aufgeht, ist die Stimmung perfekt.
Maiandachten / Oktoberandachten
In den Monaten Mai und Oktober werden Andachten gehalten: Je eine in der Pfarrkirche, in der Kapelle Schoried und in der Kapelle Alpnachstad.
Fronleichnam
Am Fronleichnamstag hält die Pfarrei Alpnach bei trockener Witterung nach dem Hauptgottesdienst eine Prozession. Daran nehmen - nebst dem Kirchenvolk - die Erstkommunikanten und alle pfarreilichen Vereine Teil. Die Musikgesellschaft Alpnach begleitet diese Prozession.
Bei der Schlierenprozession am Nachmittag von Christi Himmelfahrt beten die Gläubigen um gutes Wetter und um Verschonung vor Unwettern und anderen Unglücken. Der Prozessionsweg von der Kleinen zur Grossen Schliere erinnert an die grössten Gefahren für das Alpnacher Dorf: Hochwasser und Überschwemmung.
Alpsegnungen
Im Frühsommer und Sommer segnen die Seelsorger die Alpnacher Alpen. Zu ganz bestimmten Tagen gibt es Alpmessen auf Alp Ämisgen, Lütholdsmatt, Ällgäu und auf der Mattalp.
Pfarreiausflug auf die Mattalp
Alljährlich an Maria Himmelfahrt (15. August) lädt die Pfarrei zum Ausflug mit Alpgottesdienst auf die Mattalp ein. Wanderer und Pilatusbahn-Benützer treffen sich um 10.15 Uhr auf der Mattalp. Dort feiern sie gemeinsam einen Alpgottesdienst. Meist wird die Feier umrahmt von Jodel- oder Alphornklängen. Nach der Messe lädt der Volksverein zu Älplermagronen mit Apfelmus ein.
Kilbi im Dorf und in Alpnachstad
Der zweite Sonntag im Oktober ist traditioneller Termin für die Alpnacher Dorfkilbi. Nach dem Gottesdienst trifft man sich beim Apéro vor dem Pfarreizentrum. Die Frauengemeinschaft lädt zum Mittagessen ein und verkauft leckere Gerichte. Auf dem Vorplatz des Pfarreizentrums kann sich Alt und Jung bei Spielen, Musik, Chilwikafi und Kuchen oder auf dem Karusell vergnügen. Frauen der FG verkaufen Selbstgebasteltes oder Eingemachtes. Der Erlös der Kilbi dient der FG für ihre karitativen Aufgaben.
Eine Woche nach der Kilbi im Dorf feiern die Städer ihr Kapell-weihfest.
Friedensgebet im Ranft
Seit einigen Jahren lädt die Pfarrei Ende November zu einer Abendwallfahrt in den Ranft ein. Hunderte von Kerzen weisen den Weg in die Tiefe. Und ganz unten im Ranft, wo Bruder Klaus 20 Jahre verbracht hatte, finden Menschen die innere Ruhe im Gebet und im Gottesdienst. Nach dem Aufstieg zum Ranft bietet der kath. Volksverein heisse Servelats, Brot und Glühein an. Darum hat - inofiziell - das Friedensgebet bei den Alpnachern bereits den Namen "Wurstwallfahrt" erhalten.
Weihnachtskrippe in der Pfarrkirche
Unzählige Alpnacher Familien besuchen zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag die Alpnacher Krippe in der Kirche. Alles sieht so täuschend echt aus, natürlich im Kleinformat. Aber die Schafe sehen so aus, dass Kinder sie am liebsten in die Arme nehmen möchten. So bekommt das Christkind häufig Besuch, selbst von Leuten, die sonst nie eine Kirche betreten würden.